Регионални различия в ЕС

Език - Немски География Курсова работа

RWTH Aachen 27.03.2015
Geographisches Institut
Grundseminar Wirtschaftsgeographie
Seminarleitung: Marco Trienes
Sommersemester 2015
Hausarbeit






Regionale Disparitäten und Wettbewerbsfächigkeit von Regionen in der
Europäischen Union


Nikola Bobchev




Nikola Bobchev
nikola.bobchev@rwth-aachen.de
Matrikel-Nr. 349947
2. Semester
Studienfach: B. Sc. Angewandte Geographie

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ............................................................................................................................2
2. Grundlagen der regionale Disparitäten in der Europäischen Union .........................................2
2.1 Was ist eine Region ..........................................................................................................2
2.2 Indikatoren .......................................................................................................................4
2.2.1 Bevölkerung ...............................................................................................................4
2.2.2 Wirtschaft ...................................................................................................................7
2.2.3 Beschäftigung .............................................................................................................9
2.3 Ursachen für die Disparitäten ......................................................................................... 11
3. Abbauen der Disparitäten ...................................................................................................... 12
4. Zusammenfassung ................................................................................................................. 13
Literaturverzeichnis .................................................................................................................. 14

Versicherung

2

1. Einleitung
Die Europäische Union ist eine der reichsten Wirtschaftszonen der Welt. Durch die Erweiterung
der Union entstehen aber verschieden soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten, die für die
Weiterentwicklung Hindernisse darstellen können. Die regionalen Disparitäten sind in Europa
nicht nur seit den letzten Jahren, sondern seit einigen Jahrzehnte zu sehen. Die regionalen
Dispartitäten könnte man als Ungleichheiten bezeichnen, die für Regionen typisch sind, die
hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind (Arnold 1997:203). Die Differenzen
zwischen den Ländern lassen sich mit Hilfe der Indikatoren erläutern.
Am Anfang dieser Hausarbeit werden der Begriff Region und das NUTS System verdeutlicht.
Wie in dieser Arbeit herausgestellt wird, ist es durch die Indikatoren möglich, die Ungleichheiten
als selbstständige Einheiten zu betrachten oder zu gruppieren. Unter dem Indikator
„Bevölkerung“ lassen sich die Differenzen in den Bereichen Bevölkerungsdichte,
Bevölkerungsentwicklung und Lebenserwartung ermitteln. Dabei wird die Europäische Union
betrachtet. Durch die andere zwei Indikatoren, nämlich Wirtschaft und Beschäftigung, kann man
das Bruttoinlandsprodukt und die Beschäftigungquote, beziehungsweise Arbeitslosenquote
betrachten. Die oben genannten Indikatoren lassen sich differenzieren, indem sie, außer als
nationale oder internationale Differenzen, auch als Stadt-Land, Zentrum-Peripherie, Ost-West
bzw. Nord-Süd oder Männer-Frauen Disparitäten betrachtet werden können. Nach einer
Erläuterung zu den Ungleichheiten in der Europäischen Union, werden die Ursachen für die
Disparitäten, wo die Wirtschaftskrise eine wichtige Rolle spielt, näher erläutert. Abschließend
werden die politischen Pläne zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Abbau der
Disparitäten dargestellt und diskutiert.
2. Grundlagen der regionalen Disparitäten in der Europäischen Union
2.1 Was ist eine Region
Diese Fragestellung ist schwierig zu beantworten, da verschiedene Länder, verschiedene
Definitionen darüber besitzen. Laut Europarat (Vorauer 1997:26) ist eine Region “eine
menschliche Gemeinschaft, die innerhalb der größten gebietsmäßigen Einheit eines Landes

3

liegt”. Eine solche Gemeinschaft kann geschichtliche, kulturelle, geographische oder
wirtschaftliche Homogenität haben, die die Bevölkerung als eine Einheit bildet und zur
Verfolgung gemeinsamer Ziele und Interessen dient (Vorauer 1997:26). Abgesehen von der
Geographie ist eine Region eine große Raumeinheit, die aus mehreren Landschaften besteht und
ein historisch oder administrativ abgegrenztes Territorium mittlerer Größe bildet (Vorauer K.
26:1997). Dabei gilt die Homogenität als Maß für die Definition bestimmter Regionen.
Für die einfache Zuordnung der Regionen, sowie statistische Zwecke, verwendet die
Europäische Kommission das NUTS-System.
Laut Eurostat
1
(2007:9) besteht das System für statistische Informationen bereits seit 1988,
wobei es aber erst im Jahr 2003, nach der Entscheidung des Europäischen Parlaments und des
Rates, zur Verfügung gestellt wurde. Das NUTS-System bezieht sich auf die regionale
Gliederung der Länder. Dieses System unterteilt die Regionen in 4 Ebenen.

Abb.1: NUTS Klassifikation. Eurostat
2
2015

Laut Eurostat
2
(2015:Abs.1) umfasst “die aktuelle Nuts-2013-Klassifikation, die seit 1. Januar
2015 gültig ist, 98 Regionen auf NUTS-1-Ebene, 276 Regionen auf NUTS-2-Ebene sowie 1342
Regionen auf NUTS-3-Ebene”. Die Bevölkerung einer NUTS-1-Region beträgt zwischen 3 und
7 Mio. Einwohner, bei der NUTS-2-Regionen zwischen 800 000 und 3 Mio. Einwohner und bei
NUTS-3-Regionen zwischen 150 000 und 800 000 Einwohner (Eurostat
1
2007:10). Es gibt aber
auch Ausnahmen, auf die in Abschnitt 2.1.1 genauer eingegangen wird. Die Klassifizierung der
Regionen auf der NUTS-3 Ebene ist in der Lage die Verteilung der Bevölkerung zu bestimmen,
nämlich ob die Bevölkerung einer Region ländlich, städtisch oder gemischt verteilt ist. Laut

4

Eurostat
8
(2015:Abs.1) ist eine Region als „überwiegend ländlich” klassifiziert, wenn mehr als
50% der Einwohner in „ländlichen” Gebieten leben. Zu Intermediär gehören Regionen, deren
Bevölkerung in „ländlichen” Gebieten zwischen 20 und 50% verteilt ist und als “überwiegend
städtisch” sind Regionen bezeichnet, deren Bevölkerungsanteil unter 20% in “ländlichen”
Gebieten liegt.
2.2 Indikatoren
2.2.1 Bevölkerung
Die Bevölkerungsverteilung in Europa ist von großer Bedeutung für die Entstehung der
regionalen Disparitäten. Aus den unterschiedlichen NUTS-Ebenen ist ersichtlich, dass die
Bevölkerungsverteilung sehr unterschiedlich ist. Laut Eurostat
1
(2007:12) hatte Nordrhein-
Westfalen in Deutschland auf der NUTS-1-Ebene die meisten Einwohner im Jahr 2005, deren
Anzahl 18 Mio. betrug, während die Region Aland in Finland die geringste Einwohnerzahl hatte,
nämlich 26 000 Einwohner. Der Vergleich ist auch auf NUTS-3-Ebene zu beobachten, wo die
spanischen und italienischen Provinzen Madrid, Barcelona, Mailand, Rom und Neapel, aber auch
die Hauptstadt Deutschlands über 3 Mio. Einwohner aufwiesen, während in einigen NUTS-3-
Regionen in Deutschland, Spanien, Belgien und Österreich die Einwohnerzahl im Jahr 2005 bei
weniger als 50 000 Menschen lag (Eurostat
1
2007:12).
Beim Vergleich der Bevölkerungsdichte auf Stadt-Land Ebene mit Hilfe der Abbildung 2
entstehen deutliche Differenzen. Nach Eurostat
3
(2013:Abs.3) lag mehr als die Hälfte der EU-27
Fläche in Regionen, die als überwiegend ländlich bezeichnet sind, während zu überwiegend
städtischen Regionen nur 10% der gesamte EU-27 Fläche gehörten. Dies erscheint Paradox,
wenn man die Bevölkerungsdichte betrachtet. Hier leben 41% der Bevölkerung der EU-27 in
überwiegend städtischen Regionen und nur 23% in überwiegend ländlichen Regionen. Die
Länder mit den größten städtischen Konzentrationen sind Malta (100% der Bevölkerung), die
Niederlande, das Vereinigten Königreich (je 71%) und Belgien (68%) (Eurostat Pressemitteilung
2012:1). „In der EU-27 wuchs die Bevölkerung in städtischen Regionen im Jahr 2010 um 5,2%
je 1000 Einwohner und in intermediären Regionen um 2,2%, während sie in ländlichen Regionen
um 0,8% abnahm.” (Eurostat Pressemitteilung 2012:1).

5


Abb.2: Stadt-Land Typologie nach NUTS-3-Regionen. (Eurostat
3
2013)

Wenn die Verteilung der Bevölkerung genauer betrachtet wird, nämlich in der NUTS-3
Verteilung, wird klar, dass die Bevölkerungsanzahl in überwiegend ländlichen Regionen sinkt.
Laut Eurostat
3
(2013:Abs.11) gab es im Jahr 2011 in fast allen ländlichen NUTS-3-Regionen
Bevölkerungsabnahme. In Siauliu Apskritis (Litauen) wurde mit -22,7% der größte Wert
ermittelt. Durch die statistischen Daten von Eurostat lässt sich darauf schließen, dass die
Mehrheit der europäischen Bevölkerung in überwiegend städtischen Regionen konzentriert ist.
Des Weiteren ist das Bevölkerungswachstum auch ein Indikator zum Messen regionaler
Disparitäten. Die Bevölkerung der EU-28 stieg im Zeitraum von einem Jahr (ab 1. Januar 2012
bis 1. Januar 2013) um 1.1 Mio. Das größte Bevölkerungswachstum durch internationale
Wanderung wiesen Luxemburg (+18,9%), Malta (+7,4) und Italien (+6,2%) auf, während die
Länder mit den größten Abwanderungsraten im Jahr 2012 Lettland (-5,8%), Estland (-5,7%) und
Griechenland (-4,0%) waren (Eurostat Pressemitteilung 2013:1). Wenn das natürliche Wachstum
betrachtet wird, findet eine Verlagerung statt, sodass anderer Länder die jeweiligen Spitzenwerte
erreichen. Durch Betrachtung der Differenz zwischen Lebendgeburten und Sterbefällen bei

6

Babys in EU-28 je 1000 Einwohnern lag im Jahr 2012 Irland mit +9,5 deutlich vor Zypern
(+5,2%) und Luxemburg (+4,0%) (Eurostat Pressemitteilung 2013:1). Als negativer Punkt dieser
Erhebung kann hervorgehoben werden, dass die Quote der Sterbefälle sehr hoch ist. Nach den
Daten von Eurostat Pressemitteilung (2013:1) wurden im Jahr 2012 5,2 Mio. Kinder geboren,
während die Anzahl der Sterbefällen bei 5 Mio. lag. Dabei wiesen zwölf Mittgliedstaaten ein
negatives natürliches Wachstum auf.
Als anderer Indikator kann die Lebenserwartung genannt werden. „Die mittlere Lebenserwartung
ist ein in der Gesundheits- und Sozialberichterstattung häufig verwendetes Maß zur
Beschreibung der gesundheitlichen Lage einer Bevölkerung”(Lampert / Krol 2014:2). Bei dieser
Messung, aus Abbildung 3 zu entnehmen, erscheinen deutliche Unterschiede zwischen Männern
und Frauen.

Abb.3: Die Lebenserwartung ab 2002 bis 2012 bei Männern und Frauen in der EU-28. (Datenabruf Eurostat
4
)

Die durchschnittliche Lebenserwartung in EU-28 nahm seit 2002 (bis 2012) mit 2 Jahren bei den
Männern und mit 2,2 Jahren bei den Frauen zu. Damit lag die Lebenserwartung für Männer bei
77,5 Jahren und bei Frauen bei 83,1 Jahren.
Wenn die Lebenserwartung genauer analysiert wird, nämlich durch das NUTS-2-System, betrug
die niedrigste durchschnittliche Lebenserwartung, bei Geburt im Jahr 2007, 66,3 Jahren bei
Männern in Litauen und 76,3 Jahren bei den Frauen in der bulgarischen Region Severozapaden.
Die höchste Lebenserwartung für Männer wurde mit 81,8 Jahren in der finnischen Region Aland
und bei Frauen mit 86,6 Jahren im schweizerischen Tessin berechnet (bpb.de 2011:Abs.3).
Daraus kann geschlussfolgert werden, dass durch die Erhöhung der Lebenserwartung in der
Europäischen Union und das natürliche Bevölkerungswachstum, welches eine leicht positive
70
72
74
76
78
80
82
84
Männer Frauen
74,5
80,9
76
82,2
77,5
83,3
2002
2007
2012

7

Differenz aufweist, eine generelle Alterung der Gesamtbevölkerung stattfindet.

2.2.2 Wirtschaft
Als wichtigster Indikator für die Messung der Wirtschaftskraft eines Landes gilt das
Bruttoinlandsprodukt. “Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche
Tätigkeit in einer Volkswirtschaft. Es ist definiert als Wert aller neu geschaffenen Waren und
Dienstleistungen, abzüglich des Wertes aller dabei als Vorleistungen verbrauchten Güter und
Dienstleistungen” (bpb.de 2013:Abs.7)

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